McAfee Q3 Threat-Report: 2011 ist auf dem Weg zum Malware-Rekordjahr
Bis Ende des Jahres 75 Millionen individuelle Schadprogramm-Varianten erwartet
München, 21. November 2011. Der IT-Sicherheitsspezialist McAfee hat heute seinen aktuellen Bericht zur Gefahrenentwicklung im Cyberspace veröffentlicht (McAfee Threat-Report: Drittes Quartal 2011). Mitarbeiter der McAfee Labs haben dazu in 15 Ländern die Aktivitäten von Spammern, Scammern und anderen Internetkriminellen beobachtet und die Ergebnisse mit denen der vorangegangenen Quartale verglichen.
Während das dritte Quartal bereits der Zeitraum in der Geschichte der Malware mit dem höchsten Aufkommen an Schadsoftware sowohl für Mobilgeräte als auch insgesamt war, steht derselbe Rekord nun auch für das Gesamtjahr 2011 bevor. Ende 2010 war McAfee Labs noch davon ausgegangen, dass die Zahl der individuellen Malware-Ausprägungen bis Ende 2011 die 70-Millionen-Marke erreichen würde. Angesichts der rapide zunehmenden Verbreitung von Schadsoftware hat die Forschungsabteilung ihre Prognose jetzt auf 75 Millionen Malware-Varianten nach oben korrigiert. Das wäre ein historischer Höchststand.
Populäre Androiden und neue Tricksereien
Malware-Programmierer nutzten insbesondere die wachsende Popularität von Android-Geräten aus. Bereits im vorangegangenen Quartal an führender Stelle, nahm das Aufkommen an Schadsoftware für dieses Betriebsystem jetzt noch einmal um 37 Prozent zu. Android zieht damit nicht nur fast alle neuen Malware-Ausprägungen auf sich, sondern ist auch die einzige mobile Plattform, für die im dritten Quartal eine grundsätzlich neue Schadsoftware entwickelt wurde.
Eine neue Masche bestand im Untersuchungszeitraum darin, Mobilgeräte mit Trojanern zu infizieren, die die Opfer unbemerkt bei Premium-SMS-Diensten anmelden und so um ihr Geld bringen. Eine Methode zur Entwendung von Informationen über Benutzer war die Aufzeichnung von Telefongesprächen durch ein Schadprogramm und deren Weiterleitung an den Angreifer.
Altbekannte Angriffsmethoden auf konstantem Niveau
Die Zahl falscher Virenschutzsoftware ging im Vergleich zu vorherigen Quartalen stark zurück. Autostart-Malware und Trojaner zum Ausspähen von Kennwörtern blieben hingegen auf in etwa gleichem Niveau. Die Zahl der Malware-Varianten für das Mac OS stieg zuletzt wieder an, wenn auch nicht so stark wie im zweiten Quartal 2011. McAfee Labs betont dennoch, dass die wachsende Beliebtheit bestimmter Betriebssysteme – wie des Mac OS – immer auch Entwickler entsprechender Malware auf den Plan ruft.
Infizierte Webseiten sind ebenfalls eine verbreitete Methode, um arglose Opfer auszunehmen. Websites können aus unterschiedlichen Gründen in Verruf geraten, zum Beispiel, weil auf ihnen Phishing-Malware lauert. Die Zahl der neu erscheinenden bösartigen Websites ging von durchschnittlich 7300 pro Tag im zweiten Quartal auf 6500 im dritten Quartal zuletzt etwas zurück.
Spam in länderspezifischer Ausprägung
Obwohl derzeit so wenig Spam versandt wird wie zuletzt im Jahr 2007, befinden sich gezielte Spam-Attacken (das sogenannte Spearphishing) auf einem Höchststand. Spearphishing spielt zwar insgesamt eine untergeordnete Rolle, stellt aber aufgrund seiner ausgefeilten und wirkungsvollen Methode eine erhöhte Gefahr dar. Bei den Botnet-Infektionen konnte insgesamt ein leichter Rückgang verzeichnet werden. Ausnahmen mit einer starken Zunahme waren Argentinien, Indonesien, Russland und Venezuela. Der größte Schaden ging von den Netzen Cutwail, Festi und Lethic aus, während die bisher führenden Grum, Bobax und Maazben an Bedeutung verloren.
Inhaltlich unterscheiden sich Spam-Nachrichten von Land zu Land (aber auch saisonal) zum Teil erheblich. Während in den USA gefälschte Nichtzustellbarkeitsmeldungen (Bounce-Messages) dominieren, werden die Briten wie keine andere Nation von „Nigeria-Spam“ (Vorschussbetrug) belästigt. Empfänger in Frankreich sehen sich in besonders großer Zahl mit Phishing-Versuchen konfrontiert; in Russland dagegen sind Lockangebote für Arzneimittel die beliebteste Masche.
Hacktivismus mit unklaren Zielen
Politisch motivierte Angriffe gingen im dritten Quartal vor allem von der Gruppe Anonymous aus. Im Gegensatz zu vorherigen Quartalen waren die Ziele dieser Aktionen jedoch weniger offensichtlich. Der Report nennt zehn prominente Hackerangriffe auf Unternehmen und Behörden, die auf das Konto von Anonymous gehen, darunter Angriffe gegen die Gewerkschaft der Polizei in Arizona, die Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, den kalifornische Nahverkehrsbetreiber BART, die österreichische Polizei und das Bankhaus Goldman Sachs.
Weitere Informationen zu den Themen Hacktivismus, Cyberkrieg, Bedrohungen aus dem Web und Schadsoftware im McAfee Threat-Report: Drittes Quartal 2011, der unter folgender URL heruntergeladen werden kann: http://newsroom.harvard.de/McAfee/Q3ThreatsReport2011Deutsch.pdf
Informationen zu McAfee
McAfee ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Intel Corporation (NASDAQ:INTC) und der weltweit größte auf IT-Sicherheit spezialisierte Anbieter. Seinen Kunden liefert McAfee präventive, praxiserprobte Lösungen und Dienstleistungen, die Computer, ITK-Netze und Mobilgeräte auf der ganzen Welt vor Angriffen schützen und es den Anwendern ermöglichen, gefahrlos Verbindung mit dem Internet aufzunehmen und sich im World Wide Web zu bewegen. Unterstützt von der einzigartigen Global Threat Intelligence-Technologie entwickelt McAfee innovative Produkte, die Privatnutzern, Firmen und Behörden helfen, ihre Daten zu schützen, einschlägige Gesetze einzuhalten, Störungen zu verhindern, Schwachstellen zu ermitteln und die Sicherheit ihrer Systeme laufend zu überwachen und zu verbessern. McAfee ist stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, seine Kunden zu schützen. http://www.mcafee.com/de
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